Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V.
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Thema: [url=t9125] Homöopathie - Wunderpillen Globuli? Mein (Nicht-)Kommentar[/url].
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CaroOffline
Anmeldung: 10.08.06 |  Beiträge: 444  | SD-Total OP-Hypopara  | Zwiesel-Bayerischer Wald  | weiblich  | 60+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 08:25
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Hallo alle,ich kann mich da Sandras Meinung nur anschliessen,Bei dem einen hilfts,beim anderen nicht.Also hat es warscheinlich schon was mit unserem Geist/Hirn zu tun.Das ist ja wissenschaftl.bewiesen,das Menschen die ein Placebo bekamen,die gleiche Wirkung hatten,wie die,die ein Medikament nahmen.Und ausserdem darf man ja auch nicht vergessen,dass viele Medikamente auch erhebliche Nebenwirkungen haben,die dann wieder andere Beschwerden machen.Das hab ich von Globuli so eigentlich noch nie gehört.So kann doch jeder für sich selbst entscheiden was für ihn gut ist.Caro

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HaraldOffline
Bundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
Anmeldung: 12.05.99 |  Beiträge: 15531  | fol. SD-CA 97 (oxyphil)  | Karte Berlin  | männlich  | 50+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 09:13
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Hallo Sandra und Caro,

ja, ich greife diese Haltung an ("Wer heilt, hat recht!"), weil damit das Nachdenken und Hinterfragen verhindert werden soll. (siehe Link innerhalb des ForumsBeitrag )

Was jeder einzelne macht und glauben will, ist natürlich letzlich dann jedem selbst überlassen, und in seiner eigenen Verantwortung.

Nur Nachdenken und Hinterfragen darf hier im Selbsthilfe-Form nicht mit solchen Argumenten ("Wer heilt, hat recht!") verhindert werden.

Mir scheint aber auch, dass Ihr Euch zu sehr angegriffen fühlt und nun in Eurer Argumentation nun wieder alles vermengt und falsche Gegensätze aufbaut.

Homöophaten würden Euch entsetzt anschauen, wenn Ihr ihnen sagt, sie würden Placebos verschreiben (dazu braucht es keine Homöophaten-Ausbildung). Zum Placebo-Effekt habe ich einiges in meinem ersten Link innerhalb des ForumsBeitrag oben geschrieben.

Ich dachte eigentlich auch, dass wir in der Diskussion schon weiter sind, und hier nicht einen Gegensatz Homöopahtie versus Schulmedzinin aufbauen, sondern gleichermaßen Hinterfragen, was uns da jeweils als Therapie angeboten wird.

Dass Globuli in der Regel ungefährlich sind, hatte ich ja auch schon im ersten Link innerhalb des ForumsBeitrag geschrieben.

Ganz ungefährlich sind Globuli übrigens nicht immer:
  • bei den "geringen Potenzen" kann es bei längerer Anwendung zu Vergiftungen kommen (u. a. Quecksilber-Vergiftungen)
  • oder jemand verzichtet im Glauben an die Homöophatie, auf eine wichtige - über Studien nachgewieserne - lebensrettende Therapie oder Medikament.


Viele Grüße
Harald

_________________
Link innerhalb des ForumsSymposium und Fest zu 20 Jahre Selbsthilfe - www.sd-krebs.de - Berlin, 26.10.2019
Videos sind für ein Jahr abrufbar. Gib uns Dein Feedback zur Veranstaltung.

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Sönnchen scheine!Offline
Projektleiterin Forschungsförderung
Anmeldung: 09.05.07 |  Beiträge: 645  | fol. CA onkozytär  | bei Ulm  | weiblich  | 40+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 09:40
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Hallo an alle Verfechter Pro - und Contra Homöopathie,

ich möchte hier kein Statement für oder gegen eine Methode oder medizinische Ausrichtung ergreifen.

Dennoch möchte ich in diesem Zusammenhang ganz gerne darauf hinweisen, dass einer der Punkte, die mir in dem Forum besonders gut gefallen, der folgende ist:

Es wird auch kritisch und kontrovers über Methoden der Schulmedizin berichtet, beraten und zum Nachdenken angeregt. Ich empfinde die Signale hier oft so: „Sammle Informationen, bis Du ein umfassendes Wissen über Deine Krankheit und die Behandlungsmöglichkeiten hast. –Dazu braucht es gute Ratgeber (Ärzte, das Forum, Fachliteratur etc.)- Und dann geh hin und nimm die Entscheidung, zusammen mit Deinen Ärzten, selber in die Hand!"

Im Rahmen der Homöopathie ist es für mich die größte Schwierigkeit, den entscheidenden Moment zu erkennen, wenn man mit ihren Methoden nicht weiterkommt.

Viele Grüße, Sandra

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meerblauOffline
Vereins-Mitglied
Anmeldung: 09.05.04 |  Beiträge: 5361  | Pap. SD-Ca, follikul...  | Karte Hannover  | weiblich  | 40+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 11:11
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Hallo Sandra,

mir geht es mit schuldmedizinischen wie auch mit alternativen Methoden so, dass ich mich möglichst gut informiere, abwäge, dann eine Entscheidung treffe und den Versuch wage. Manchmal ist es mehr eine rationale Entscheidung, manchmal eine eher emotionale und manchmal auch die reine Verzweiflung. Letzteres ist kein guter Ratgeber und manchmal auch recht teuer Wink In solchen Momenten verstehe ich, dass man kranke und verzweifelte Menschen gut abzocken kann.

Ich sehe übrigens alternative Methoden immer als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Schulmedizin. (Von einem Schnupfenmittel oder so mal abgesehen.)

Ein sehr schwieriges Thema. Ich bin einerseits sehr offen gegenüber alternativen Methoden (ich praktiziere z.B. Reiki und habe einiges andere ausprobiert) andererseits bin ich auch sehr kritisch und misstrauisch. Ich würde mir mehr wissenschaftliche Nachweise wünschen. Und ein bisschen mehr Offenheit bei den Wissenschaftlern.

Viele Grüße
Esther

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MartinaD  |  falsche E-Mail-Adresse!
 | pap. SD-CA, Hypopara...  | Rheinland-Pfalz  | weiblich  | 50+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 11:15
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Liebe Sandra,

das kommt wohl sehr stark auf den Homöopathen an. Meine würde niemals eine schulmedizinische Behandlung, die ich für mich in Anspruch nehme (SD-OP und RJT z.B.) in Frage stellen sondern hilft mir, die Nebenwirkungen in Grenzen zu halten und mich anschließend wieder auf die Beine zu bringen. Sie hat mich auch schon des öfteren zu einem Arzt geschickt, wenn sie die Grenzen der Homöopathie gesehen hat.

Ich kann für mich persönlich den Schluß ziehen, dass ich eine gute Mischung aus Schulmedizin und Homöopathie für mich gefunden habe und mich damit wohl fühle.

Martina

PS: Lieber Harald, die Sache mit unserem Hund hast du wohl anders verstanden, als ich sie gemeint habe.

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rosmarinOffline
Anmeldung: 30.11.06 |  Beiträge: 340  | Kalter Knoten und Au...  | Baden-Württemberg  | weiblich  | 50+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 14:35
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Hallo an Alle,

wir Menschen müssen immer alles hinterfragen und erklärt bekommen. Ist das wirklich immer so wichtig?? Es gibt einfach Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht erklärbar sind, die finden einfach so statt. Ich für mich benutze auch immer beide Wege. Ich würde mich nie nur in die Behandlung eines Homöopathen begeben. Immer nur in Zusammenhang mit der Schulmedizin und immer nur in Hände die wirklich vom Einen wie auch vom Anderen was verstehen.

Harald hat sicher Recht, wenn er sagt, dass der Satz "Wer heilt hat Recht" auf verschiedene Art und Weise ausgelegt werden kann.

Was ich persönlich wichtig finde: Wenn man krank ist, sollte man immer versuchen, aktiv für sich den besten Weg zu finden. Und immer, wenn man sich auf den Weg macht geht es einem doch etwas besser. Oder findet ihr nicht auch? Da kommt dann wieder die Psyche ins Spiel. Und noch eine kleine Anmerkung: Die Homöopathie sagt, dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen. Was mich persönlich an der Schulmedizin stört ist nämlich genau dieser Punkt. Es ist ein Krebs an der Schilddrüse und nur dort wird dieser behandelt. Der Rest vom Mensch geht dabei vielleicht unter. Ich möcht aber nicht sagen, dass das immer so sein muss. Vielleicht gibt es ja hier auch Leute, die das positiver berichten können.

LG Rosmarin

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Li-sun-Li
aktives Vereinsmitglied
 |  falsche E-Mail-Adresse!
 | SD-CA pT4a  | NRW  | weiblich  | 60+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 15:10
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Hallo,ihr Lieben
Lese mit Interesse eure Statements zum Thema Homoöpathie.
Ich bin auch nicht grundsätzlich gegen alternative Heilmethoden.Es kommt darauf an.
Im Moment seh ich es so,dass mir die Schulmedizin das Leben gerettet hat.
Dass nur der Krebs an der Schilddrüse behandelt wird,stimmt ja so nicht.Sorry,Rosmarin.
Was ist denn mit den Nachsorgeuntersuchungen?Inwiefern wir die mitmachen,haben wir selber in der Hand.
Eine Krebserkrankung,finde ich,gehört nicht in die Hände von Homöopathen.Da ist die Schulmedizin allererste Adresse.
Für sämtliche Nebenwirkungen,die so ein Kampf gegen den Krebs nun mal leider hat (sprich RJT,Subtitutionsprobleme,oder auch Psyche),nur einige Beispiele zu nennen,bin ich auch offen für die Homoöpathie.
Aber immer in Verbindung mit der Schulmedizin.

Alles Liebe sendet Linda Blume

_________________
Der Weg ist das Ziel

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TamaraOffline
Anmeldung: 18.10.07 |  Beiträge: 92  | Entfernung li SD wg ...  | Westerwald  | weiblich  | 40+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 15:54
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Hallo!
Ich habe auch den Bericht gelesen und wusste nicht, ob ich antworten soll. Fühlte mich auch etwas angegriffen. Ich hatte vor dem 1 Beitrag hier über meine Erfahrung mit Globuli in einem anderen Beitrag geschrieben und darauf folgte dann Dieser.....mhhmmm das war mir etwas zu heftig.
Ich denke auch , dass man z.B. bei einer Krebserkrankung nicht gerade mit Globuli ect rumdoktorn soll, aber wenn man aufgrund der Erkrankung Nebenwirkungen von Medikamenten oder allgemeines Unwohlsein hat, kann man doch ein bißchen mit Homöopathie nachhelfen. Ich weiß nicht mehr genau wo ich mich eingetragen hatte in Bezug auf Globuli; aber ich will es hier nochmal schreiben; wenn ich Magenprobleme habe, nehme ich meine bestimmten Globuli und es geht mir besser. Mag sein, dass es so manche Wehwehchen gibt, wo keine Kügelchen helfen. Aber ich probiere es schon manchmal aus, bevor ich mir irgendeine andere Chemie reinpfeife. LG Tamara Very Happy

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AlbaOffline
Leitungsteam SHG Magdeburg
Anmeldung: 04.09.02 |  Beiträge: 3913  | pap. SD-Ca., foll. V...  | Sachsen-Anhalt  | weiblich  | 60+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 18:51
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rosmarin hat folgendes geschrieben:
wir Menschen müssen immer alles hinterfragen und erklärt bekommen. Ist das wirklich immer so wichtig??

Siehst Du, Rosmarin, hier ist für mich ein Knackpunkt. Ich gehöre ja zur Skeptikerfraktion. Und ich hinterfrage deswegen alles, was ich kann, weil es mir hilft zu verstehen.
Seltsam finde ich es aber dann, wenn das Hinterfragen der Schulmedizin als selbstverständlich angesehen wird, das Hinterfragen der Alternativ-Verfahren aber als Sakrileg. So auch einige hier im Thread, die sich gleich angegriffen fühlen.
Warum um Himmelwillen soll ich an Homöopathie & Co einfach "glauben"?
Wer das von mir fordert, verlangt, daß ich meinen Verstand an der Garderobe abgebe.
rosmarin hat folgendes geschrieben:
Wenn man krank ist, sollte man immer versuchen, aktiv für sich den besten Weg zu finden.
Und immer, wenn man sich auf den Weg macht geht es einem doch etwas besser.

Ja, da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber mein Weg ist nun mal das skeptische Hinterfragen.
Friedliche Grüße von Alba

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rosmarinOffline
Anmeldung: 30.11.06 |  Beiträge: 340  | Kalter Knoten und Au...  | Baden-Württemberg  | weiblich  | 50+
Verfasst am: 09. Nov 2007, 19:27
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Hallo Alba,

ich fühle mich hier nicht angegriffen. Ich hinterfrage auch in der Medizin nicht alles. Wenn es hilft ist doch gut. Ich stimme auch zu, dass die Suche nach dem richtigen Mittel in der Homöopathie sehr zeitaufwändig ist. Diese Zeit hat man nicht immer. Und deshalb ist es gut, dass die Schulmedizin da ist. Aber ich möchte das gern für mich entscheiden, wann ich welche Medizin nehme. Wir könnten uns nun wieder über Anhänger verschiedener Glaubensrichtungen unterhalten aber das führt uns nicht weiter. Deshalb soll sich jeder Mensch frei für seinen Weg entscheiden können.

LG Rosmarin

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Tvista06Offline
aktives Vereinsmitglied
Anmeldung: 26.09.06 |  Beiträge: 271  | pap. SD-CA, Hashimoto  | bei Bremen  | weiblich  | 50+
Verfasst am: 10. Nov 2007, 12:08
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Moin zusammen,

Alba, ich glaube, wer hier wen angreift, ist doch wohl die Frage und das war auch der Grund meiner Einmischung überhaupt. Denn mir persönlich ist es völlig egal, ob Du oder sonstwer Homöopathie nutzt oder nicht. Ich weiß für mich, dass ich sie immer nutzen werde und das reicht mir.

Was mich allerdings gestört hat an diesem Thread war der doch recht scharfe Unterton von Harald und der hat mich eben verwundert, denn ich habe ihn hier sonst immer ganz anders kennengelernt ?!??
Und wie Du schon schreibst, es ist gottseidank jedem/jeder selbst überlassen, was er/sie für sich entscheidet. Und deshalb ist so eine Aufregung eigentlich doch garnicht nötig !?? Wink Rolling Eyes

Und ich hoffe, wir Homöopathie-Befürworter dürfen uns trotzdem hier auch weiter austauschen im Forum ? Wink Smile

So, hoffe, Ihr könnt nun auch alle den herrlichen Sonnenschein und die frische Luft draussen geniessen und Euch ein nettes WE machen !

Herzlichen Gruß an alle Befürworter und Gegner, Anne Wink

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Li-sun-Li
aktives Vereinsmitglied
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Verfasst am: 10. Nov 2007, 12:42
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Hallo,Leute
in der Schärfe liegt die Würze Wink .
Das macht doch eine Diskussion aus.
Also,nicht so empfindlich sein Wink .

Liebe Grüsse Linda

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Der Weg ist das Ziel

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Ellen verstorben
Anmeldung: 17.08.03  |  Beiträge: 339  | med. SD-Ca; Multiple...  | München  | weiblich
Verfasst am: 10. Nov 2007, 18:38
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Zu diesem Thema sehr zu empfehlen: Das neue Spiegel Spezial Heft zum Thema "Gesund und Glücklich". Sehr interessante Artikel zu den Themen Placebo, alternative Mediznn und und und...

LG,
Ellen

_________________
Gesundheit ist das Ausmaß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.
Friedrich Nietzsche

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InSeNSUOffline
aktives Vereinsmitglied
Anmeldung: 30.10.04 |  Beiträge: 5451  | Basedow, Hypoparathy...  | Schiffdorf  | weiblich  | 60+
Verfasst am: 11. Nov 2007, 13:55
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Hallo zusammen,

warum fühlt man sich durch Haralds Beitrag angegriffen? Harald hat sich sehr viel Mühe gegeben, aber an einigen Stellen vielleicht etwas übersehen, was zwischen den Zeilen lesbar ist. (Das sind kommunikationswissenschaftlich immer die gefährlichsten Stellen. Wink ) Er schreibt:
Zitat:
..., obgleich ich das Gedankengut der Homöopathie und ihrer Globuli für eine Beleidigung eines aufgeklärten, wissenschaftlichen Denkens halte.

Das impliziert für so manchen Leser: Wer den Eindruck hat, dass ihm Homöopathie hilft, fühlt sich vom "Gedankengut der Homöopathie" nicht von ihr beleidigt. Schlussfolgerung: er hat kein aufgeklärtes wissenschaftliches Denken! Rolling Eyes

Außerdem sagt Harald:
Zitat:
Das Gedankengut der Homöopathie stammt aus dem 19. Jahrhundert, und ist längst überholt, man kann es nur in einer historischen Perspektive überhaupt ernsthaft diskutieren.

Damit wertet er nicht nur die Homöopatie ab ("überholt"), sondern auch die, die sie ohne historischen Zusammenhang ernsthaft diskutieren möchten. Eine solche Diskussion verbietet sich für ihn, und er möchte sie am liebsten überhaupt verbieten. -Was er aber hier im Forum (für das er die Verantwortung trägt!) nicht tut. Er versucht sein Unbehagen in anderer Form kundzutun, nämlich über sehr ausführliche und bemüht sachliche Argumente.

Es ist nicht leicht, aber ich kann es immer wieder nur empfehlen: Man sollte versuchen, Sachargumente und Emotionen voneinander zu unterscheiden (voneinander trennen kann man sie natürlich oft nicht). Wenn eine Sache (z.B. Homöopathie) kritisiert wird, zu der man einen positiven Bezug hat, fühlt man sich schnell persönlich angegriffen. Das hat der Kritiker (und da bin ich mir bei Harald ziemlich sicher) aber nicht beabsichtigt.

Nobody is perfect! Wink

Einen entspannten Sonntag wünscht Euch
Frauke

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HaraldOffline
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Leitungsteam SHG Berlin
Anmeldung: 12.05.99 |  Beiträge: 15531  | fol. SD-CA 97 (oxyphil)  | Karte Berlin  | männlich  | 50+
Verfasst am: 12. Nov 2007, 23:10
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rosmarin hat folgendes geschrieben:
..... Und noch eine kleine Anmerkung: Die Homöopathie sagt, dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen. Was mich persönlich an der Schulmedizin stört ist nämlich genau dieser Punkt. Es ist ein Krebs an der Schilddrüse und nur dort wird dieser behandelt. Der Rest vom Mensch geht dabei vielleicht unter. Ich möcht aber nicht sagen, dass das immer so sein muss. Vielleicht gibt es ja hier auch Leute, die das positiver berichten können.
LG Rosmarin


Hallo,

habe mal das längere Zitat genommen, weil ich den Eindruck (die Hoffnung) habe, dass Rosmarin den Satz
" Die Homöopathie sagt, dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen." selber gar nicht so meint.

Ich will mich nun mit diesem scheinbar so harmlos und sachlich daherkommenden Satz der Homöopathen genauer beschäftigen.

Wir wissen heute, dass Krankheiten die verschiedensten Ursachen haben kann.
Die Ursache kann auch die Psyche bei bestimmten Krankheiten sein.
Es gibt jedoch Krankheiten, da sind die Ursachen Bakterien oder Viren, Umwelteinflüsse oder Gendefekte (z.B. erbliche Variante des medullären Schilddrüsenkrebs).
Oder ein Organ wurde chirurgisch entfernt oder gibt es gar seit Geburt nicht: Schilddrüse, Nebenschilddrüsen ...

Damit eine Krankheit machmal ausbricht, hängt nicht immer nur an einem Faktor, sondern es kommen oft mehre Faktoren zusammen.
Zum Beispiel wird die Tuberkulose zwar durch den Tuberkel-Bazillus ausgelöst, ist der Körper jedoch geschwächt und unterernährt, kann die Krankheit eher ausbrechen.
Die TBC-Krankheit wurde in Europa nicht nur durch neue Medikamente besiegt, sondern vor allem auch weil sich die Lebensverhältnisse verbessert haben, und man Kranke isolierte, so lange sie ansteckend waren (Habe mein Zivildienst in einer TBC-Klinik gemacht).


Bei Erkältungs-Viren mag es eventuell zusammenhängen wie gestresst jemand ist, genau wissen tut man es nicht wirklich.

Verspannungsschmerzen im Rücken hängen oft - neben einem Mangel an Bewegung - auch mit der Psyche zusammen.

Bei Grippe-Viren - weiß man dies schon wiederum ganz bestimmt nicht. Es gab Grippe-Epidemien, an denen starben sogar vor allem junge kräftige Menschen, während sonst eher bereits geschwächte Menschen an der Grippe starben.

Der Satz "Die Homöopathie sagt, dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen." zeugt würde ich so erstmal sagen, von einer unglaublichen Ignoranz gegenüber dem, was man zu einzelnen Krankheiten inzwischen weiß. Es ist als behaupte jemad stur, die Welt ist eine Scheibe.
(Ähnlich ignorant ist die Homöopathie bei Ihrer Vorstellung "Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt". Dies Prinzip gibt es nicht und ist überholt.
Ebenso ignorant gegenüber jeglichem Wissen sind auch die "Hoch-Potenzen" der Homöopathie, obgleich inzwischen nachgewiesen ist, dass die Wirkung der Globuli nicht mehr als ein Placebo-Effekt wie bei jeder anderen Behandlung ist.)

Aber dieser Satz zeugt leider nicht nur von einer Ignoranz, schlimmer noch:

Bei vielen Krankheiten - so auch einigen Krebserkrankungen - weiß man bis heute nicht, was die Ursache ist.
Die Homöopathie - aber auch andere - behaupten nun einfach, dass dies psychische Ursachen hat (die so genannte "Krebspersönlichkeit").

Nun gibt es eine Reihe von Untersuchungen /Studien inzwischen, die nachgewiesen haben, dass es keine Krebspersönlichkeit gibt.
In meinem ersten Link innerhalb des ForumsBeitrag hier zu diesem Thema, hatte ich bereits auf eine neuere Studie verwiesen, die erneut nachgewiesen hat, dass die Psyche keinen Einfluss auf das Fortschreiten des Krebs hat.

Nun wird leider einfach weiter behauptet: "dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen" bzw. dass es eine "Krebspersönlichkeit" gebe.

Warum ist es so attraktiv, an dieser (falschen) Vorstellung/Behauptung festzuhalten?
Mit dieser Vorstellung erhoffen sich Gesunde (aber auch manche Kranke), dass sie nur "richtig" leben müssen, um Gesund zu bleiben bzw. wieder Gesund zu werden.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch, dass wer an Krebs erkrankt und nicht wieder gesund wird, auch selber schuld ist, weil er nicht "richtig" lebt.

Und dies macht mich wütend. Krebskranken Menschen, die mit ihrer Krankheit schon genug zu kämpfen haben - auch noch indirekt Schuld zuzusprechen - und dies ohne irgendwelche Beweise, nur um sich selber besser zu fühlen -, ist eine ungeheuerliche Selbstgefälligkeit und Boshaftigkeit.

Viele von uns haben das Glück (!), dass sie an einem Krebs erkrankt sind, der durch die moderne Medizin geheilt werden kann. Die wenigen unter uns, die das Pech (!) haben, an einem Krebs zu erkranken, der nicht heilbar ist, sollten unsere Solidarität und Anteilnahme genießen.

Sätze wie "Die Homöopathie sagt, dass alle Krankheiten in der Psyche entstehen." werde ich daher immer mit aller Deutlichkeit als das bloßlegen, was sie sind: ignorant und boshaft.

Viele Grüße
Harald

_________________
Link innerhalb des ForumsSymposium und Fest zu 20 Jahre Selbsthilfe - www.sd-krebs.de - Berlin, 26.10.2019
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