Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V.
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Thema: [url=t31736] ARD: Hiobsbotschaft–Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen[/url].
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HaraldOnline
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BeitragARD: Hiobsbotschaft–Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen

 
Termin von 20. Jul 2020, 23:45 bis 20. Jul 2020, 23:55
Verfasst am: 20. Jul 2020, 11:37
Danke! sagt : schlittenhund
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ARD-Dokumentation:
Hiobsbotschaft – Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen

Hallo,

heute Montag, den 20. Juli um 23:45 Uhr in der ARD zu sehen und vorab und danach in der ARD-Mediathek ist diese Dokumentation:

Zitat:
Der Film „Hiobsbotschaft — Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen“ zeigt, was bei einer der wichtigsten Begegnungen zwischen Patient/-in und Arzt/Ärztin falsch läuft: Der Moment, in dem die Krebsdiagnose überbracht wird.

Für die Betroffenen ist dieses Gespräch ein schwerer Schlag. Vor allem, wenn ihnen ihr/e Arzt/Ärztin diese Nachricht schonungslos oder in unverständlichem Fachchinesisch mitteilt. Leider geschieht dies allzu oft.

Dafür gibt es verschiedene Gründe: Im eng getakteten Krankenhausbetrieb bleibt zu wenig Raum für gute Arzt-Patienten-Gespräche. Hinzu kommt ein Vergütungssystem, das Diagnosen und Therapien wesentlich besser honoriert als die so genannte "sprechende Medizin". Aber vor allem: Die meisten Ärzte haben nie gelernt, wie man eine schlechte Nachricht überbringt.

Der Dokumentarfilm verdeutlicht, wie entscheidend es für das Wohlbefinden eines/einer Betroffenen ist, auf welche Art und Weise er oder sie von seiner/ihrer Krebsdiagnose erfährt. Nach monatelanger Recherche bei Ärzten, Medizinstudenten und Patienten/Patientinnen durfte die Filmautorin bei lebensentscheidenden Gesprächen dabei sein. Der Film zeigt aber auch Lösungswege auf: In Kliniken in Heidelberg und Düsseldorf trainieren Studierende und Ärzte gute Gespräche.


Viele Grüße
Harald

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schlittenhundOffline
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Verfasst am: 20. Jul 2020, 12:20
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Hallo,

auch gestern (SO, 19.07.20) wurde im ARD-Sender, der sich "Tagesschau24 HD" nennt, und den ich über Satellit empfangen kann, um 20 Uhr 15 die Dokumentation:

"Kampf dem Krebs - was leistet die Immuntherapie" gezeigt,

welche sicherlich in der Mediathek abrufbar sein wird.

Viele Grüße,
Schlittenhund

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HaraldOnline
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Verfasst am: 20. Jul 2020, 18:35
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Hallo,

Krankenhäuser, insbesondere Universitätskrankenhäuser, sind so gross und vielfältig, dass man sie selten über einen Kamm scheren kann.
Es ist daher besser immer nur von einer Fachklinik in einem Haus zu sprechen:
  • Chirurgische Klinik,
  • Nuklearmedizinische Klinik,
  • Endokrinologische Klinik,
    usw. usf.



Das im Film vorgestellte Heidelberger Interprofessionellen Ausbildungsstation – HIPSTA ist in einem Teil der Chirurgischen Klinik angesiedelt.

Unser Bundesverband hat übrigens schon 2010 eine Broschüre für Ärzt*innen erstellt - Link innerhalb des ForumsSachgerechte Patientenaufklärung -, in der wir u.a. eine "angenehme und ungestörte Gesprächsatmosphäre" bei jeder Krebsdiagnose fordern, unabhängig davon wie gut die Prognose ist, da jede*r Betroffen eine anderer Vorgeschichte hat und anders die Diagnose verarbeitet.


Viele Grüße
Harald

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Zuletzt bearbeitet von Harald am 21. Jul 2020, 14:44, insgesamt einmal bearbeitet

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schlittenhundOffline
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Verfasst am: 21. Jul 2020, 10:53
Danke! sagen : Alba, Steffen69
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Hallo,

bezugnehmend auf die Dokumentation meine ich, dass das Gespräch, welches der Medizinstudent führen musste, nicht optimal verlaufen ist. Für meinen Geschmack zu direkt.

Immer, egal wie aussichtslos die Diagnose lautet, sollte man dem Patient nicht alle Hoffnung nehmen. Ein tröstendes Wort, etwa: "Vielleicht kann die Chemo doch noch eine kleine Verbesserung bewirken", oder "Es gibt Fälle, bei denen dann doch noch eine überraschende Wendung eintrat", oder "Ich kann ihnen einen Spezialisten , der nicht zu unserem Haus gehört zwecks Zweitmeinung empfehlen" usw. , also irgend einen Strohhalm, dass es "nichts Endgültiges" ist, müsste angeboten werden. Das wäre mir persönlich, falls ich in diese Lage komme, sehr wichtig. Irgendein kleiner Trost, auch wenn es unwahrscheinlich ist und das alle wissen. Und klar, die Tatsachen müssen angesprochen werden. Der Patient hat ein Recht darauf, aufgrund der Tatsachen sein Leben noch zu ordnen und verschiedenes einzuleiten. Aber 1% Hoffnung muss immer dabei sein!


Mit Krankenhausseelsorgern habe ich leider schlechte Erfahrungen gemacht, zwei haben alles noch viel schlimmer gemacht und teilweise Unsinn erzählt. Das ist aber in der Regel sicher nicht so, war bei mir wahrscheinlich ein Einzelfall, deshalb empfehle ich allen einen Versuch.

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AlbaOffline
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Verfasst am: 21. Jul 2020, 14:40
Danke! sagen : dkr, IngridT
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Hallo,

vor allem sollte man immer daran denken, dass Statistik und einzelner Patient zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Mein inzwischen verstorbener Schwager hatte einen inoperablen Speiseröhrenkrebs und bekam Bestrahlung dagegen. Heilen konnte die ihn zwar nicht, aber eindämmen.
Laut Statistik hätte er nur knapp 6 Monate gehabt. Daraus wurden 4 1/2 Jahre, in denen ganz überwiegend eine gute oder doch akzeptable Lebensqualität gegeben war.

Ich bin nicht dafür, einem Schwerkranken total falsche Hoffnungen zu machen, aber weitere Handlungsmöglichkeiten sollten ihm immer benannt werden.

Allen hier im Forum beste Wünsche von Alba

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dkrOffline
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Verfasst am: 21. Jul 2020, 16:10
Danke! sagt : Alba
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Hallo,

ich bin da sehr bei Alba. Vor allem sollte man eben erklären, was es mit der Statistik auf sich hat.

Die Psychoonkologin (gleichzeitig Radioonkologin und Internistin), bei der ich einige Monate nach der RJT eine Weile eine Krisenintervention hatte und die mich letztlich von der Reha überzeugte, war der Ansicht, das wichtigste sei die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Nicht mit falschen Versprechnungen auch nicht mit den Sprüchen, die wir gelegentlich hören "Sie werden mal steinalt an irgendwas anderem sterben", "wir entfernen die Schilddrüse, dann machen sie ein Radioiodtherapie, und alles ist wie vorher" aber eben doch Hoffnung geben, falsche pessimistische Erwartungen gerade rücken, Optionen aufzeigen etc.

Da sie auch vor ihrer Pensionierung an der Ausbildung von Ärzten beteiligt war, war einer ihrer Ratschläge an diese: Zuhören, zuhören, zuhören. Die investierte Zeit und das dadurch gewonnene Vertrauen, zahlen sich in Form von besserer Compliance wieder aus.
Leider ist unser Vergütungssystem nicht dafür geeignet.

Viele Grüße
karl

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Ich muß mit der Gewohnheit brechen, ehe sie mich gebrochen hat.
G.C.Lichtenberg


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schlittenhundOffline
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Verfasst am: 21. Jul 2020, 19:58
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Hallo,

bei mir lief die Überbringung der Krebsdiagnose folgendermaßen ab:

Vor der OP war es ja nicht 100%ig sicher, dass es sich tatsächlich um Krebs handelt, da drei Punktionen kein eindeutiges Ergebnis erbracht haben und auch sonst einiges sowohl dafür als auch dagegen sprach.

Jedenfalls bin ich kurz nach der OP im Aufwachraum noch benommen ( mit dem Blutdruckmessgerät und Sauerstoffzufuhr) im Bett gelegen, als der junge Assistenzarzt des Chirurgie-Professors, (der mich operiert hat), zu mir kam und sagte: "Ja, leider war es bösartig". Mit dieser Information musste ich mal die darauffolgende Nacht - allein im Stationszimmer - zurechtkommen. In der Früh erfolgte dann die große Visite, mit dem Professor, dem Assistenten, noch einem anderen Arzt und ein, zwei Krankenschwestern. Beim Eintreten rief der Professor laut: "Sie sind gesund!" Ich war nun vollends verwirrt , sah den Assistenten an und meinte. "Aber es ist doch bösartig!". Darauf meinte der Professor sinngemäß, es sei ihm gelungen, ALLES gründlich herauszuoperieren, so gesehen sei ich jetzt mal "gesund", die RJT würde noch minimalste Restbestände erledigen.

Ich fand und finde den Ruf: "Sie sind gesund" bis heute etwas merkwürdig, aber bitte, immerhin ist bis dato kein Rezidiv aufgetreten.
So weit, so gut.

Mich würde nun interessieren, wie es einigen von euch übermittelt wurde, dass es sich nun doch tatsächlich um Krebs handelt und bitte diejenigen, die das erzählen möchten, um eure Erfahrungsberichte.

Viele Grüße, Schlittenhund

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Steffen69Offline
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Verfasst am: 22. Jul 2020, 06:19
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Beim nächsten Treffen werde ich anwesend sein. Und dann kann ich gerne persönlich erzählen. In einem Jahr hatten wir viele Erlebnisse was das betrifft, ich war ja in diesem erstem betroffenen Jahr auf vielen Stationen, Chirurgie, Onkologie,Nuklearmedizin, Kopfklinik, Bestrahlung,Orthopädie zwecks bestrahlen von HWK7 und Bwk1, Endokrinologie. Danach brauchte ich erst mal Psychologischen Beistand da mein Leben sich nicht mehr gelohnt hat. Und gute Recherchen und eine gute zweite Meinung.

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