Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V.
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Thema: [url=t30580] Studie: US bei niedrigem Tg-Wert nicht notwendig (Grani 19)[/url].
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HaraldOnline
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Verfasst am: 27. Aug 2019, 15:42
Danke! sagt : Maria2
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Studie: Ultraschall des Halses bei nicht-nachweisbarem und niedrigem Tg-Wert in der Nachsorge nicht notwendig (Grani 2019)

Für wen ist dieser Beitrag von Interesse?
Betroffene mit dem differenzierten Schilddrüsenkrebs in der Nachsorge und
  • einem Thyreoglobulin-Wert kleiner 1 ng/ml
    und
  • unauffälligen TAK-Werten und/oder unauffälliger Tg-Wiederfindung
    und
  • niedrigem oder intermediären Risiko für ein Rezidiv

siehe auch: Link innerhalb des ForumsFAQ: Welcher Schilddrüsenkrebs und welche Therapie?

Überblick und Informationen für die Nachsorge des differenzierten Schilddrüsenkrebs:


Hallo,

diese italienische Studie aus Rom von Grani und Kolleg*innen hat die gleiche Fragestellung, wie eine Studie mit den Daten des Würzburger Registers aus dem Jahr 2018 von Link innerhalb des ForumsVerburg und Kolleg*innen:
    Ist ein Ultraschall in der Nachsorge noch notwendig, bietet der Ultraschall einen zusätzlichen Nutzen?


In dieser Studie wird jedoch ein anderer Ansatz gewählt auch ist die Nachbeobachtungszeit kürzer (im Mittel 72 Monate = 6 Jahre). Die 226 Patient*innen bekamen die Diagnose in den Jahren 2007 bis 2014.

Eingeschlossen wurden auch nur Patient*innen, die nach Link innerhalb des ForumsATA-Risikogruppen-Zuordnung ein low (niedrig) oder intermediate-risk (intermediäres, mittleres) Risiko für ein Rezidiv hatten.
Eine GlossarNeck Dissektion und Link innerhalb des Forums Radioiodtherapie wurde durchgeführt, wenn dies klinisch indiziert war, so bekamen nur ca. die Hälfte der Patient*innen auch eine Radioiodtherapie. Allen Patient*innen wurde jedoch die Schilddrüse vollständig entfernt.

Ausgeschlossen aus der Studie wurden Patient*innen mit

Im Einzelnen:
Es wurden so retrospektiv die Daten von 226 Patient*innen mit dem papillären Schilddrüsenkarzinom ausgewertet.

Diese Patient*innen wurden eingruppiert in:
  • Gruppe Tg-N: Tg-nicht nachweisbar < 0,2 ng/ml; diese Patient*innen hatte im Mittel einen primären Tumor von 8 mm (5-12 mm).
  • Gruppe Tg-I: Tg-Wert zwischen o,2 und <1.0 ng/ml; diese Patient*innen hatte im Mittel einen primären Tumor von 9 mm (4,75 -15 mm).


Ein Jahr nach der Operation hatten
  • 117 Patient*innen keinen nachweisbaren Tg-Wert (Tg-N); davon hatten 45,6% auch eine RIT.
  • 55 Patient*innen ein Tg-Wert zwischen o,2 und <1.0 ng/ml (Tg-I); davon hatten 52,7% eine RIT


Der negative-prädiktive Wert lag in beiden Gruppen bei 98%.
Im Ultraschall nach 3 Jahren nach Operation wurden in der Gruppe Tg-N bei 2 Patient*inne verdächtige Lymphknoten gefunden, die in der weiteren Nachsorge jedoch wieder unauffällig waren.
In der Gruppe Tg-I wurde bei einem Patienten ein verdächtiger Lymphknoten gefunden, bei gleichzeitigem Anstieg des Tg-Wertes über 1 ng/ml.
Beim letzten Ultraschall in Untersuchungszeitraum wurde bei 3 Patient*innen in der Tg-N-Gruppe und bei 2 Patient*innen in der Tg-I-Gruppe verdächtige Lymphknoten gefunden.
Daraus resultiert ein Negativer Prädiktiver Wert von 98,2% und 94,5%.

Kein Patient wurde im Untersuchungszeitraum einer erneuten Operation wegen eines Rezidivs unterzogen.

Es hatten also lediglich 7 Patient*innen mit einem Tg-Wert <1 ng/ml verdächtige Lymphknoten. Bei keinem dieser Patient*innen war jedoch eine Therapie notwendig.

Schlussfolgerung der Autor*innen der Studie:
  • Patient*innen mit dem papillären Schilddrüsenkrebs und eine niedrigen (low) oder mittleren (intermediate) Rezidivrisiko und einem Jahr nach der Operation mit einem unauffälligen Ultraschall, unauffälligen TAK-Werten sowie einem Tg-Wert <1 ng/mL unter Schilddrüsenhormonen, können sicher nachgesorgt werden nur mit der Bestimmung des Tg-Wertes.
  • Ultraschalluntersuchungen sind dann notwendig , wenn die TAK ansteigen, oder der Tg-Wert >1 ng/mL unter Schilddrüsenhormonen ist.


Die Rezensenten von Clinical Thyroidology® E. Orrr Lauren und Kolleg*innen merken u.a. an, dass bei low-risk Patient*innen nach der amerikanischen Leitlinie auch die GlossarLobektomie als Therapie in Frage kommt, und dann der Tg-Wert weniger verlässlich ist, so dass der Ultraschall in der Nachsorge weiter von Bedeutung sei.
Auch sei eine Studie mit längerer Nachbeobachtung sowie mit Patient*innen, die einen größeren Primärtumor haben, weil ein höhres Rezidivrisiko noch von größerem Interesse.

Quellen:
  • Do Patients with Low- and Intermediate-Risk Thyroid Cancer Need Continuing Postoperative Neck Surveillance Ultrasounds?

    Autor*innen: Lauren E. Orr, Michael W. Yeh, Masha J. Livhits

    in: Clin Thyroidol 2019;31:343–345.

    Besprechung von:
  • Thyroid cancer patients with no evidence of disease: the need for repeat neck ultrasound.

    Autor*innen: Grani G, Ramundo V, Falcone R, Lamartina L, Montesano T, Biffoni M, Giacomelli L, Sponziello M, Verrienti A, Schlumberger M, Filetti S, Durante C.

    in: J Clin Endocrinol Metab. 2019 Jun 17. pii: jc.2019-00962. doi: 10.1210/jc.2019-00962
    Abstract auf pubMed


Viele Grüße
Harald

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Maria2Offline
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Verfasst am: 28. Aug 2019, 10:23
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Hallo Harald,

wenn ich das lese, stellt sich mir wieder die Frage:
Was ist in diesem Zusammenhang ein unauffälliger TAK-Wert (bzw. als Ausschlussgrund "TAK-positiv")? Darf der gar nicht nachweisbar sein?
Denn ich glaube, ich bin bei weitem nicht die einzige, bei der er noch nachweisbar ist, aber halt sehr niedrig. Was meiner Meinung nach von vornherein schon viele Patienten ausschließen dürfte.

Viele Grüße von
Maria

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HaraldOnline
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Verfasst am: 28. Aug 2019, 11:03
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Hallo Maria,

ja, da gibt es leider keine klare Definition, weil dies von den unterschiedlichen Methoden (Assays) zur TAK-Bestimmung abhängt.

Die Ärzt*innen sind sich da auch uneins, manche fordern die Anwendung von
Zitat:
TAK-Bestimmung mit empfindlichem Direkt-Assay und/oder
methodisch optimierter Tg-Wiederfindungstest
(„Low-Dose-Recovery“)

aus unserer Link innerhalb des Forums FAQ: Thyreoglobulin-Antikörper und SD-Krebs-Nachsorge damals mit Prof. Dr. Görges erstellt.

Im Link innerhalb des ForumsStatement: TAK in der Nachsorge des Schilddrüsenkrebs von 2013 an dem ich mitgearbeitet habe, habe ich auch diese Frage gestellt.
Es wird lediglich der Verlauf der TAK thermatisiert.

Viele Grüße
Harald

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schlittenhundOffline
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Verfasst am: 29. Aug 2019, 09:52
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Hallo Maria,

ja, auch ich habe gute 5 Jahre nach der Total-OP noch nachweisbare TAK, allerdings in sehr geringer Anzahl. Sie schwanken zwischen 14-17, zuletzt um die 10 herum. Bei dieser Größenordnung hieß es von ärztlicher Seite aus, man könne sie "vernachlässigen". Trotz allem müssten sie doch eigentlich komplett verschwunden sein, zumal ich sehr gründlich operiert wurde und TG bislang nicht nachweisbar ist.

Was wurde dir dazu von den Ärzten gesagt?

Viele Grüße sendet dir
Schlittenhund

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Maria2Offline
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Verfasst am: 29. Aug 2019, 11:59
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Hallo Schlittenhund,

mein Arzt hat das nie von sich aus angesprochen.
Und ich mache mir eigentlich weiter keinen Kopf deshalb, weil ich es anfangs für normal hielt und mir inzwischen denke, wenn da was wäre, würde der Wert jedenfalls steigen. Nachgefragt habe ich auch nie.
Inzwischen laufe ich schon 15 Jahre damit rum und bin relativ entspannt hinsichtlich eines Rezidivs - vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit höher, einen anderen Krebs zu bekommen.

Viele Grüße von
Maria

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schlittenhundOffline
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Verfasst am: 29. Aug 2019, 15:20
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Danke, Maria,

für deine Antwort.

Darf ich fragen, wie hoch deine verbliebenen TAK-Werte sind?

Merkwürdig, dass die Ärzte dies nie thematisiert haben.

Liebe Grüße vom
SH

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HaraldOnline
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Verfasst am: 30. Aug 2019, 16:06
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Hallo,

aus akuellem Anllass hier mein Bericht:

Viele Grüße
Harald

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