Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V.
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Thema: [url=t2578] FAQ: Erfahrungsberichte von Schilddrüsenoperationen[/url].
im Forum: SD-OP - Berichte
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Alegria1Offline
Anmeldung: 21.11.12 |  Beiträge: 1
Verfasst am: 21. Nov 2012, 13:25
Antworten mit Zitat
Hallo zusammen,

lange Jahre habe ich diese SD OP vor mir her geschoben, bis es nicht mehr ging. Ich hatte 3, ca. 6 cm große Knoten in der SD, welche auf die Luftröhre drückten und auch nach aussen hin sehr sichtbar waren.

Nach einem Vorgespräch im KH mit einer Ärztin, welche mir nicht wirklich Mut machte, da sie meinte, bei der Größe der Knoten, könnte es auch bösartig sein. Allerdings habe ich diesen Gedanken sofort aus meinem Kopf verbannt.
Zwei Wochen später bekam ich dann meinen OP Termin. Ich musste Mittwochs ins Krankenhaus zu den üblichen Untersuchungen, wie EKG, Ultraschall, Blutabnahme und ein HNO Arzt hat sich meine Stimmbänder angeschaut. Alles war gut.

Abends erfuhr ich, dass ich gegen Mittag an 5. Stelle dran sein sollte.
Morgens bekam ich Hemdchen und Höschen. Zu meiner Ünerraschung keine Strümpfe. Man sagte mir, das macht man heutzutage nicht mehr.
Dann sollte ich die besagte "scheiss egal Pille" nehmen. Fand ich allerdings noch etwas früh, denn 4 - 5 Stunden wollte ich nicht wegtreten. Razz
Mein Fehler, denn ich war nicht an 5. Stelle dran, sondern sofort als erste.
Im OP angekommen, brach ich erstmal in Panik aus. Konnte gar nicht mehr aufhören zu weinen. Die Schwestern waren mehr als nett und beruhigten mich soweit, dass die Narkose gesetzt werden konnte.
Und dann war ich auch schon wieder wach. Very Happy Ich fragte noch im OP wie lange es gedauert hätte. Huch, meine Stimme war ja noch dieselbe. Smile
Als ich dann hörte, das man mir meine komplette Schilddrüse in nur 35 min entfernt hatte, fing ich vor Glück und Erleichterung schon wieder an zu heulen. Very Happy
Danach kam ich 3 Stunden auf die Intensiv zur Beobachtung. An schlafen war nicht zu denken, da ich so aufgeputscht war.

Wieder auf dem Zimmer wollte ich nur eins, essen und zwar ein Eis. Bekam ich auch. Cool Abends konnte ich wieder normal essen. Ich hatte weder Halsschmerzen, noch Nackenschmerzen, noch sonstige Schmerzen. Mir ging es richtig gut. Abends war ich sogar schone eine Zigarette rauchen. Rolling Eyes
Einzig mein Kalzium Wert war Freitags nicht mehr der beste. Das wurde aber mit Brausetabletten aufgefangen. Als Samstag meine Werte wieder im grünen Bereich lagen, durfte ich nach Hause.

Ich hatte soviel Angst vor der OP, dabei ist im nachhinein ein Zahnarzt besuch unter Umständen schmerzhafter.
Auch die Laborwerte waren alle gutartig.
Hätte ich gewusst wie unkompliziert diese OP ist, hätte ich sie nicht so lange vor mir her geschoben. Morgen ist es eine Woche her, und meine Narbe welche ca. 4 cm lang ist, ist kaum sichtbar.

Ich hoffe ich habe einigen Mut gemacht, die auch so Angsthasen sind wie ich. Very Happy

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Helma23Offline
Anmeldung: 26.05.14 |  Beiträge: 4  | Wartburgkreis  | weiblich  | 30+
Verfasst am: 07. Jul 2014, 06:28
Antworten mit Zitat
Im Mai wurde mir ein auffälliger LK beim rechten SD-Lappen entfernt. Diese Op hab ich super weggesteckt, keine Schmerzen, keine Übelkeit...Die histologische Untersuchung zeigte dann SD-Zellen in dem LK.
Worauf hin ich nach Erfut ins Helios Klinikum geschickt wurde und dort wurde entschieden mir die SD zu entfernen inklusive weiterer LK.

Ich bekam also einen Termin...welcher dann leider zwei mal verschoben wurde, was für meine Nerven nicht so toll war.

Am 20.06. wurde ich dann operiert.
Die Op ist sehr gut gelaufen. Leider hab ich die Narkose dieses Mal überhaupt nicht gut vertragen. Confused
Schmerzen hatte ich im Op-gebiet fast gar keine. Nur mein Rachen tat unheimlich weh...der Anästhesist erklärte mir dann später, dass er Probleme beim intubieren hatte...
Zwei Tage nach der Op wurden dann meine Stimmbänder von einem HNO-Arzt kontrolliert. War auch alles OK.
5 Tage nach der Op wurde ich dann entlassen.

Morgen soll ich dann endlich den histologischen Befund bekommen...

VG Helma

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Gaestin83Offline
Anmeldung: 11.06.15 |  Beiträge: 16  | kalter Knoten, halbe...  | Bayern  | weiblich  | 30+
Verfasst am: 03. Jul 2015, 18:21
Danke! sagen : Elisa A., Harald
Antworten mit Zitat
Hier nun mein OP-Bericht.
Kurz: vorgestern OP, heute schon wieder fast normaler Alltag daheim.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich ein Super-Weichei-Junior bin. Ich bin hyper-schmerzempfindlich, falle sofort in Ohnmacht und habe wahnsinnige Angst vor OPs und allem, was am Körper wehtun kann. Außerdem kann ich kein Blut sehen und hatte auch noch Angst vor der Narkose.
Als ich eure Berichte gelesen habe, glaubte ich, dass hier niemand auch nur annähernd so eine Angst vor der OP hatte wie ich. Also wirklich ganz, ganz schlimm bei mir!
Deshalb schreibe ich das hier besonders für alle, die sich in meiner Beschreibung wiederfinden, die Horror vor dem Unbekannten haben oder glauben, dass sie es nicht packen! Und natürlich erwähne ich das, was ich negativ empfunden habe, genauso wie das, was mich positiv überrascht hat.

Ich wurde in München Solln, Klinikum Martha Maria von Prof. Dr. Dr. Fürst persönlich operiert und bin mit dem Ergebnis spitzenmäßig zufrieden.

Grund für die OP war ein kalter Knoten, der im Ultraschall alle Anhaltspunkte für Malignität aufwies und dessen Punktierung eine verdächtige mikrofollikuläre Proliferation ergab. Zum Schluss war es nur ein Kolloid-Knoten in Verbindung mit (vmtl.) Hashimoto, sodass nur eine SD-Hälfte entfernt werden musste.

Und jetzt der Ablauf:

Di: Ich bin morgens mit meinem Mann angereist, der gemeinsam mit mir für zwei Nächte in einem eigenen Zimmer für uns beide im KH geblieben ist. Ohne ihn hätte ich es nervlich wohl nicht durchgestanden. War also eine gute Entscheidung, bei meiner PKV alle Sonderluxusleistungen für genau diesen Fall mitzuversichern Wink
Ich habe noch den üblichen Papierkram ausfüllen müssen, habe ein Ultraschall bekommen und war da schon so aufgeregt, dass ich dachte, es hätte wehgetan, als die Ärztin mir das US-Gel aufgetragen hat - so überreizt war ich. Also glaubt mir jetzt endlich, dass ich das größte Weichei hier im Forum bin! Wink Dann gab es noch ein Gespräch mit dem Anästhesisten und die Kehlkopfspiegelung. Ich empfand die Kehlkopfspiegelung absolut als Witz - d.h. ich empfand gar nix, denn das einzige, was ich spürte, war dass der Arzt meine Zunge ganz behutsam mit einem weichen Tuch festgehalten hat und mit seinem Instrument in meinen Hals geschaut hat, während ich "hiiii" gesagt habe. Da er mich nirgendwo sonst, auch nicht mit dem Instrument, berührt hat, habe ich gar nichts gefühlt und musste auch nicht würgen. Super harmlos also.

Am Nachmittag habe ich dann meine erste Heparin-Spritze gegen Thrombose bekommen. Auch wenn ich jetzt die Spannung vorweg nehme - das Brennen des Wirkstoffs unter der Haut war das Schmerzhafteste am ganzen KH-Aufenthalt. Damit hatte ich nicht gerechnet und hinterher echt rumgefiept. Hat auch in der Nacht noch gebrannt. Allerdings haben die beiden folgenden viel, viel weniger weh getan - vielleicht musste sich mein Körper daran gewöhnen? Keine Ahnung. Lasst euch jedenfalls die Spritze langsam in den Bauch geben und drückt nachher noch selbst mit dem Tupfer drauf, dann ist es auszuhalten.

Abends hätte ich dann noch eine Schlaftablette nehmen können. Da ich aber eh unter chronischer Müdigkeit leide, hab ich sie mir erspart.
In der Nacht bin ich dann 10 Mal aus irgendwelchen OP-Alpträumen aufgewacht und hab mir echt überlegt, was ich hier ins Forum schreiben soll, denn ich hab psychisch echt gelitten und dachte: das kann ich doch nicht guten Gewissens anderen Patienten empfehlen! Smile

Mi: Ich war gleich um 7 Uhr mit der OP dran. Also um 6 schnell im Bad fertig gemacht, danach kam die Schwester mit Hemdchen, Netzhose und Stützstrümpfen. Die schnell angezogen, Egal-Tablette eingeworfen und hingelegt.
Kurz darauf wurde ich rausgefahren. Vorm OP ist dieses Gerät, das einen seitwärts auf den OP-Tisch befördert, indem es irgendwie das Transportbett unter einem wegrollt. Genauer kann ich es nicht beschreiben, denn ich war schon ziemlich bekifft und ja, mir war alles egal, fast schon cool. Dann bekam ich glaub ich noch einen Gurt umgeschnallt und dann kam der Anästhesist mit der Atemmaske und hat gesagt, dass da jetzt erst noch normale Atemluft kommt, um zu sehen, ob ich die ordentlich einatme. Nach ein paar Atemzügen hat er dann gesagt, dass jetzt Wirkstoff beigemischt wird (roch nicht anders Wink ) und dann war alles sehr schnell rum.

Aufgewacht bin ich um 10 im Aufwachraum mit Blick auf die Uhr. Ich war sofort klar bei Sinnen und mir war auch nicht übel. Man hat mich gefragt, ob ich Schmerzen hätte - keine Ahnung, ich antworte bei dieser Frage immer mit ja Smile Dann bekam ich ein Schmerzmittel und drei große Wattestäbchen mit saurem Zitronengeschmack zum Lutschen (Sachen gibt's) und wurde aufs Zimmer gefahren.
Zu meiner "Erbauung" sah ich, dass ich eine Drainage hatte und folgerte messerscharf, dass die auch irgendwann wieder raus muss. Dazu später mehr. Gespürt hab ich sie aber nicht wirklich. Aber das Rumtragen des Fläschchens fand ich echt widerlich Confused
Das Gefühl im Hals war wie bei einer mittleren Mandelentzündung. Also schon mehr als ein leichtes Kratzen, aber weniger als wenn man früh um zwei vor Schmerzen den Salbeitee gleich kochend heiß trinkt.
Ich bin dann bis zum Nachmittag immer wieder eingedöst und hab Ipalat-Lutschtabletten, die ich mir von daheim mitgebracht habe gelutscht - eine super Idee übrigens Smile
Das erste Mal auf Toilette gehen, ging recht gut, mein Mann und eine Schwester haben mich begleitet, da mir eine Begleitperson bei sowas zu wenig ist Laughing
Abends gab's dann vom KH eine Suppe für mich und ich hab sogar schon ein Stück von der Pizza von meinem Mann abbekommen. Ab dann gab's normales Essen.
Das zweite Mal Aufstehen am Abend war aber etwas ein Drama, weil ich mich zu schwach im Hals gefühlt habe, um aus dem Bett zu kommen, also bin ich liegen geblieben und habe es auf den nächsten Morgen verschoben Wink

Do: Der Tag, von dem die meisten hier schreiben, dass es stündlich besser wird. Und ja: es stimmt. Die Halsschmerzen waren noch wie bei einer normalen Halsentzündung und meine Bewegungsfreiheit durch mich selbst stark eingeschränkt, da ich mich so steif wie möglich gehalten habe, um ein mögliches Ziehen an der Naht zu vermeiden. Ich hatte mich so versteift, dass ich am Abend und am Folgetag Massagen bekommen habe. Macht das bloß nicht (also versteifen)! Später habe ich gemerkt, dass das Ziehen bei Bewegung gar nicht die Naht, sondern das Pflaster auf der Haut war Rolling Eyes Im Lauf des Tages habe ich das seitliche Aufstehen mit der elektrischen Anhebefunktion des Bettes optimiert und habe gegen Mittag die Drainage entfernt bekommen. Die Schwester hat es sehr schnell gemacht und mich abgelenkt (wie verrate ich euch nicht, um den Trick nicht zu zerstören Wink ) und es hat wirklich nur ganz kurz und aushaltbar wehgetan.
Dann das Übliche: etwas Spazieren, Dösen, Heparinspritze, Fernsehen, Rumlaufen, Schlafen (was etwas ein Kampf war, weil ich das Kissen nur in aufrechter Position zurecht legen konnte, weil mir die Bewegung im Liegen zu sehr am Hals gespannt hätte; und bis ich wieder flach lag, war das Kissen auch schon wieder unbequem verrutscht - First World Problems).

Fr: Histologisches Ergebnis ist gekommen, nochmal Massage, Pflaster ab, Mittagessen, Sachen packen, heim. Montag kommen die Fadenenden raus, da mit einem Faden genäht wurde, dessen Mittelteil sich in der Haut auflöst.

Schmerzen hatte ich nicht wirklich, nur eben ein Brennen im Hals und dieses komische, subjektiv eklige Spannen um die Naht bei ausladenderen Bewegungen. Ich hab aber auch prophylaktisch gegen Entzündung und Schmerzen 3 x 400mg Ibuprofen am Tag bekommen. Also kann ich nicht sagen, ob irgendwann irgendwas wehgetan hätte - aber das ist ja müßig.
Meine Calciumwerte waren trotz Verpflanzung einer Nebenschilddrüse stets vorbildlich, sodass ich euch nix von Fingerkribbeln o.ä. berichten kann.
Da meine SD sehr weit oben lag und mein Hals sehr schlank ist, wurde mein Kopf wohl bei der OP auch nicht stark überdehnt, weswegen ich auch keine Nackenprobleme hatte.
Es gab zu keinem Zeitpunkt Probleme mit den Stimmbandnerven oder der Stimme; ich klang etwas heiser, das war's.
Die Naht ist jetzt bereits sehr dünn und ich kann auch schon kurz draufschauen, ohne dass mir schwindelig wird Wink

So, ich entschuldige mich an dieser Stelle bei jedem, der bis hier hin noch nicht eingeschlafen ist, für die Länge dieses Beitrags Laughing
Sollte jetzt noch irgendjemand Fragen haben, wie eine unkomplizierte Hemithyreoidektomie im Detail vonstatten geht, stehe ich für weitere Infos jederzeit gerne zur Verfügung. Aber wahrscheinlich habe ich hiermit den Thread gekillt.

Fazit: wenn ich gewusst hätte, wie genau sich das alles anfühlt, hätte ich mir eigentlich nur wegen dem Heparin nen Kopf gemacht. Die Narkoseangst, die bei mir enorm war, war die überflüssigste von allen. Das Gefühl in die Narkose zu gleiten war sogar unpassenderweise angenehm. Halsschmerzen sind eher unangenehm als wirklich schmerzhaft und Drainage ziehen tut ein kleines bisschen weh, aber nur kurz.

Abschließend noch ein paar Tipps, die mir das Leben erleichtert haben:
- nehmt Halstabletten, Salbeibonbons und Kaugummis o.ä. mit
- kauft euch ein Nachthemd oder Schlafanzugoberteil, das man komplett durchknöpfen kann (über Kopf hätte ich nicht hingekriegt)
- nehmt Waschlappen mit, dann könnt ihr sofort untenrum duschen und oben erst mal vorsichtig rumwaschen, wenn ihr auch so Narben-heikel seid wie ich Wink
- ein Strohhalm zum Trinken verhindert Überschwemmungen in den ersten Stunden, wenn man sich noch nicht richtig aufsetzen kann

schreiben Ich bin weg...

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SaBa79Offline
Anmeldung: 07.12.15 |  Beiträge: 2
Verfasst am: 07. Dez 2015, 06:54
Danke! sagen : Harald, dkr, Maria2
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Es ist wirklich schön, dass hier auch positive Erfahrungen beschrieben werden, wichtig ist nur, dass man genügend differenziert. Viele von uns müssen ja arbeiten und wollen sich vllt. auch über dieses Forum informieren, wie lange sie in etwa ausfallen werden.

Ich hatte meine erste OP (kalter Knoten, Zufalls-Befund) am Mittwoch den 25.11.2015. es wurden erst mal nur 75% des linken Lappens entnommen und bis auf die Tatsache, dass ich gegen alle Antibiotika die im OP dort verwendet werden allergisch bin und ich somit keins kriegen konnte und das Intubieren bei mir wohl ne Katastrophe für jeden Anästhesisten ist, lief alles gut und nach dem Aufwachen war mir nur ein bisschen schlecht und ich hatte etwas Kopfweh, aber mittags (OP war um 8.00 Uhr) bzw. am frühen Nachmittag war ich auch schon wieder auf Station und konnte auch direkt ganz allein auf die Toilette und abends ganz normal essen, der Hals tat halt etwas weh, was aber hauptsächlich vom Intubieren kam. Ich war also guter Dinge am Freitag nach Hause zu können, ich hätte auch nie gedacht dass es etwas Bösartiges sein könnte.
Ein Schnellschnitt während der OP war nicht möglich, das Material musste erst mal in Formaldehyd eingelegt werden und konnte dann erst innerhalb von 24 Stunden untersucht werden. Am Donnerstag Mittag kam dann die Chirurgin und meinte mit ernstem Gesicht, dass es Krebs ist und ab hier gibts dann den entscheidenden Unterschied zu den vielen positiven Erfahrungsberichten hier, wo "nur" ein gutartiger kalter Knoten entnommen wurde oder gleich beim ersten Mal die gesamte Schilddrüse.

Dann folgt nämlich die 2. OP, in der der Rest der Schilddrüse und oft, wie bei mir auch noch die angrenzenden Lymphknoten entnommen werden.
Man kann diese 2. OP gleich im Anschluss machen lassen, bevor das Gewebe verwächst oder nach 3 Monaten. Ich wollte es gleich weg haben.
Diesmal lag ich danach auf der Intensivstation und konnte 1,5 Tage nicht mehr allein auf die Toilette und mein Hals brannte wie Feuer, trotz Schmerzmittel. Aber keine Panik, bei mir kommt viel durch die Intubation, ich hab halt keine große Klappe Wink!
Wenn man gern auf der Seite schläft oder gar auf dem Bauch sollte man sich darauf einstellen, dass das ne Weile nicht mehr geht. Dazu kamen die üblichen Schluckbeschwerden und ständige Hustenkrämpfe. Die 2. OP ist nun 10 Tage her und die Halsschmerzen sind noch nicht besser geworden, hab hier mehrfach gelesen, dass nach 2-3 Tagen alles besser wird, aber das ist nun auch von Mensch zu Mensch und OP-Aufwand zu OP-Aufwand verschieden. Dazu kommen Verspannungen durch die Lagerung des Kopfes beim Schlafen, ich hab dazu starkes Kopfweh und nen riesen Muskelkater vom ewigen Husten.
Ich möchte niemandem Angst machen, ich fühle mich auch nicht, als wäre ich kurz vorm Abnippeln, aber wenn bei euch die Aussicht oder Chance auf 2 OPs besteht, dann ist das zwar kein Grund zur Panik (jeder steckt das ja auch anders weg), aber dann sagt euren Chefs lieber, dass es nicht nur 2 Wochen sondern halt auch 3 oder 4 Wochen dauern kann. Ich habe mich hier am Anfang echt selbst viel zu sehr unter Druck gesetzt, weil ich immer wieder dieses 2-3 Tage gelesen habe und mir selbst gedacht hab ich sei wohl ne Memme, obwohl ich sonst nicht wehleidig bin, aber dann hab ich irgendwann geschnallt, dass die meisten von denen nur 1 OP hatten.

Aber zu guter Letzt noch etwas Positives: Das beruhigende Gefühl, dass die Schilddrüse weg ist und damit auch die Chance, dass sich noch mal was bilden kann überwiegt viel stärker als die Nachwehen der OP!

Ich habe mich übrigens in Magdeburg (Uni-Klinik) operieren lassen, meine Chirurgin ist die tollste Ärztin, die ich jemals kennen lernen durfte, es ist ganz wichtig, dass man sich bei seinem Arzt in guten Händen fühlt und Vertrauen hat und das hatte ich bei ihr zu jeder Zeit, das macht Alles viel leichter.

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LinaOffline
Anmeldung: 20.02.15 |  Beiträge: 51  | pap. SD-CA pT1b  | Brandenburg  | weiblich  | 40+
Verfasst am: 13. Dez 2015, 10:27
Danke! sagt : SaBa79
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Hallo SaBa79,

bei mir haben die Halsschmerzen in etwa 2 bis 3 Wochen angehalten. Beim Schlucken tat es unheimlich weh. Meine Mutter hatte auch nur ein paar Tage Beschwerden.

LG

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HaraldOffline
Bundesgeschäftsführer
Leitungsteam SHG Berlin
Anmeldung: 12.05.99 |  Beiträge: 15417  | fol. SD-CA 97 (oxyphil)  | Karte Berlin  | männlich  | 50+
Verfasst am: 15. Dez 2015, 21:34
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Hallo Saba79,

ja, die zweite OP innerhalb weniger Tage schlaucht doch recht sehr.
Ich fühlt mich damals (1997) mit 37 Jahren auch wie ein alter Mann.

Um eine zweit OP zu vermeiden, ist es daher wichtig, eine gute Diagnostik vorher zu machen, dazu gehört vor allem der Ultraschall und die Feinnadelpunktion.
Damit lassen sich zwar auch nicht alle Zweit-Operationen vermeiden, insbesondere bei der follikulären Neoplasie, aber doch eine ganze Reihe.

Die Diagnose "Kalter Knoten" ist übrigens keine Indikation für ein Operation, da die meisten kalten Knoten gutartig sind.

siehe auch: Link innerhalb des Forums Broschüre: Knoten der Schilddrüse - Inhaltsverzeichnis.

Auch wenn du möglichst schnell wieder ins Berufsleben möchtest, empfiehlt sich doch meist eine Reha.
siehe Link innerhalb des Forums AHB/Reha für Schilddrüsenkrebspatienten (Überblick).

Viele Grüße und gute Besserung!
Harald

_________________
Link innerhalb des ForumsSymposium und Fest zu 20 Jahre Selbsthilfe - www.sd-krebs.de - Berlin, 26.10.2019
Videos sind für ein Jahr abrufbar. Gib uns Dein Feedback zur Veranstaltung.

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