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Thema: [url=t23904] Erfahrungsbericht zu Stimmlippenaugmentation[/url].
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Sf7500Offline
Anmeldung: 22.11.14 |  Beiträge: 1
Verfasst am: 22. Nov 2014, 19:09
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Hallo liebe Mitforistinnen- und foristen,

ich (m, 46) möchte meine Erfahrungen zur Stimmlippenaugmentation bei einseitiger Recurrenzparese (Stimmbandlähmung) mitteilen, um den Menschen mit entprechender Diagnose und den damit verbundenen Einschränkungen an Lebensqualität Mut zu machen.

Nach meiner SD-OP am 11. Juni (Diagnose: papilläres SD-Karzinom) am Bethesda-Krankenhaus Duisburg und der daraus resultierenden Entnahme der SD hatte ich unmittelbar nach dem Eingriff mit sehr starker Heiserkeit zu kämpfen. Laut Ärzten setzte das Neuromonitoring-Signal über dem Nervus Vagus aus bei intaktem Signal über dem Nervus Recurrens aus und nach keinen sichtbaren Schäden am Nervus Recurrens ging man von einem Zugschaden aus mit Chancen auf Erholung des Nerves und damit funktioneller Erholung des rechten Stimmbands. Somit war ich glücklicherweise vom Krebs geheilt, hatte ich aber mit einer Stimmbandlähmung auseinanderzusetzen.

An eine Rückkehr in den Beruf war nicht zu denken, da bei meiner Tätigkeit eine kontinuierliche und starke Belastung der Stimme unabdingbar ist (Gespräche mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie Telefon- und Videokonferenzen).

Nach erst sechs Wochen, am 22. Juli, begann ich mit logopädischem Training, um das gelähmte Stimmband zu stimulieren und den Nerv zu reaktivieren. Erfolge der Stimmqualität stellten sich zwar nach und nach ein, doch wurde mir im Verlauf der nächsten Wochen erst bewusst, welchen Schaden ich erlitten hatte, da nicht nur das berufliche Wirken immer noch nicht möglich war, sondern auch das soziale Leben stark beeinträchtigt war. Sprechen vor diffuser Geräuschkulisse gestaltete sich schwierig, vor allem in den Abendstunden, da die Stimme kontinuierlich abbaute über den Tag.

Als die behandelnde Phoniaterin der HNO-Klinik Neuss nach vier Monaten Post-OP Mitte Oktober immer noch kein Anzeichen einer Stimmbanderholung feststellen konnte und somit ein permanenter Schaden als wahrscheinlich galt, entschloss ich, mich über eine Stimmlippenaugmentation zu informieren. Hierbei stiess ich im Forum auf diese Therapiemöglichkeit, die von Herrn Professor Dr. Sittel vorgestellt wurde.

Bei weiteren Recherchen erstaunte mich, dass in Deutschland hierüber noch teilweise Unwissen vorherrscht, sowohl bei Ärzten als auch Logopäden und ich konnte Berichte über Behandlungserfolge dieser Methode vor allem US-amerikanischen Foren entnehmen.

Ich konnte kurzfristig einen Beratungstermin am 20. Oktober bei Prof. Dr. Sittel am Katharinenhospital in Stuttgart vereinbaren, in deren Verlauf er mir eine positive Prognose für eine deutliche Stimmverbesserung ausstellte, da die gelähmte Stimmlippe in Medianstellung verharrte.

Aufgrund der negativen Erholungschancen des Stimmbandnervs und der Stagnation der Stimmqualität (23 Logopädiestunden bis zu diesem Zeitpunkt) entschloss ich mich zur Stimmlippenaugmentation, die eine Injektion eines resorbierbaren (wieder aubbaubaren) Materials in die gelähmte Stimmlippe vorsah. Prof. Dr. Sittel riet hierzu, da man generell von einer Erholungsmöglichkeit der gelähmten Stimmlippe von 12 Monaten Post-OP ausgeht und dem Stimmband somit eine wenn auch geringe Chance einräumt, seine Funktion wieder aufzunehmen. Daher wird ein Material ausgewählt, das sich in 8 Monaten bis 18 Monaten wieder vollständig abbaut.

Der Eingriff wurde am 28. Oktober vorgenommen und nach etwas mehr als drei Wochen kann ich eine sehr positive Stimmentwicklung rückmelden. Die Heiserkeit ist verschwunden und ich kann die Stimme wieder den vollen Tag einsetzen bzw. belasten. Am meisten hilft mir, den Krafteinsatz beim Sprechen ökonomischer zu gestalten da durch die Augmentation ein vollständiger Glottischluss erreicht werden konnte.

Rückmeldung von Familie, Freunden und Kollegen war durchweg positiv.
Teilweise können Qualität und Tonlage meiner "alten" Stimme wieder erreicht werden, aber eines ist klar: die volle Funktionalität und der gesamte Umfang einer Stimme mit zwei funktionierenden und gesunden Stimmlippen kann auch diese Methode nicht liefern.

FAZIT: das Ergebnis der Stimmlippenaugmentation stellt für mich eine grosse und tiefgreifende Verbesserung der Lebensqualität dar. Ich arbeite mittlerweile wieder voll im Beruf und kann hierbei ohne Einschränkungen alle Tätigkeiten ausführen. Laut rufen und sich bei Geräuschkulisse bemerkbar machen ist kein Problem mehr.

Dies soll ein Denk- und Handlungsanstoss für alle sein, die mit ähnlichen Problemen als Konsequenz der SD-OP zu kämpfen haben und für die jeder Satz bei nachlassender Stimmqualität eine Qual ist. Es gibt Hoffnung auf Besserung!

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ninali
Verfasst am: 10. Feb 2019, 19:59
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Hallo,

Ich weiß der Beitrag ist schon etwas älter, dennoch habe ich eine Rüxkfrage dazu, da ich selbst letzten Mittwoch genau die gleiche Operation hatte. Auch meine Stimmlippe ist in Medianstellung geblieben und wurde nun lediglich mit Eigenfett unterspritzt. Mein Problem ist jetzt, dass die Stimmqualität seit der OP noch schlechter ist als zuvor. Ich höre mich aktuell an als hätte ich eine ganz starke Stimmbandentzündung Sad meine Stimme bricht manchmal auch komplett weg. Meine Frage ist nun, ob ich noch Geduld haben muss, bis sich der Zustand „normalisiert“? Lt. den Ärzten „kann das wohl mal ein paar Tage dauern“ .. habe aber überall etwas anderes gelesen und die Stimme ist wirklich grauenvoll im Moment!! Ich würde gern von jemandem hören, der das selbst erlebt hat, womit ich rechnen könnte! Danke und LG

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