Bundesverband Schilddrüsenkrebs - Ohne Schilddrüse leben e.V.
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Thema: [url=t20706] Euthyrox nach SD-Entfernung[/url].
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BarbaraKatharina
Verfasst am: 21. Feb 2013, 12:55
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Was passiert, wenn man Euthrox nicht mehr einnimmt, auch wenn die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse komplett entfernt wurden. Kein Arzt hat mir bis heute auf diese Frage eine konkrete Antwort gegeben und im Internet finde ich auch keine Hinweise. Kann mir bitte jemand zu diesem Thema etwas sagen!!!

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BritaOffline
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Verfasst am: 21. Feb 2013, 14:15
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Hallo BarbaraKatharaina,


auch als Gast kann man erstmal grüssen, wenn man hier im Forum eine Frage stellen möchte und diese dann in einer freundlichen Form stellen, ohne ungeduldig zu werden (3 Ausrufezeichen).


Vielleicht hat jemand Lust ,deine Frage zu beantworten.


Gruss von

Brita

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LottileinOffline
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Verfasst am: 21. Feb 2013, 16:54
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Hallo,

ich glaube, dass keiner das so richtig beantworten kann, weil es einfach unvernünftig ist, nach einer Total-OP kein Thyroxin zu nehmen.

Sollte man es trotzdem weglassen, so würde man zunächst in eine Unterfunktion fallen. Dann würde sich das TSH erhöhen und Signale an eventuell verbliebene Schilddrüsen-Zellen oder -Rest senden, doch nun mal Hormone zu produzieren. Aus dieser Überforderung heraus kann Gewebe unkontrolliert wachsen. Das darf man sich aber nicht als gesundes Gewebe vorstellen.

Die Unterfunktion würde vermutlich schlimmer und schlimmer werden. Es würde einem zusehens schlechter gehen, man wäre nicht mehr man selbst. Und weil ja kaum einer als Eremit in einer Höhle lebt, würde sicher ein fürsorglicher Mensch eingreifen und einen zum Arzt oder direkt in die Notaufnahmen bringen. Dort würde man ja spätestens dann wieder Hormone bekommen.

Ich weiß nicht, ob mal jemand so lange keine Hormone genommen hat, bis derjenige dann gestorben ist. Wie soll man so etwas mitbekommen, derjenige muss ja dann ganz allein leben.

BarbaraKatharina, wenn sich Deine Frage deshalb stellt, weil Du denkst, Du verträgst kein Thyroxin und weil Du es deshalb am liebsten absetzen würdest -> das ist keine Lösung.

Vielleicht möchstest Du uns mehr zu Dir und Deiner jetzigen Situation erzählen.

Gruß,
Lotti

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BarbaraKatharina
Verfasst am: 25. Feb 2013, 20:55
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Liebe Brita, Liebe Lottilein,

leider wurde meine Anrede offensichtlich gelöscht, da der urspüngliche Text wohl zu lang war. Ich wollte bestimmt nicht unhöflich sein!

Die drei Ausrufezeichen habe ich verwendet, da ich seit der OP 2005 wirklich keine konkreten Informationen von Ärzten erhalten habe und hoffte, dass jemand mir Antwort geben könnte. (Genau so, wie man mir z.B. keine Informationen über "Calziumschock" nach der OP gab und ich deswegen 2 Mal auf die Intensivstation mußte. Ich weiss bis heute noch nicht einmal, ob der Begriff "CA-Schock" richtig ist. Doch wie meinten die Ärtze lapidar: Wir dachten, sie wissen, das sie viel trinken müssen.)

Ich möchte mich nochmals für das offensichtliche Mißverständnis entschuldigen und bedanke mich herzlich für die ausführlichen Informationen von Lottilein.

Herzliche Grüße von BarbaraKatharina

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LottileinOffline
aktives Vereinsmitglied
Anmeldung: 07.05.09 |  Beiträge: 1440  | pap. SD-Ca 4b N1M1, ...  | nördliches Rl-P  | weiblich  | 40+
Verfasst am: 25. Feb 2013, 22:15
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Hallo BarbaraKatharina,

vielen Dank für Deine Rückmeldung, jetzt kommt etwas mehr Klarheit in die Sache. Ich nehme das nun einfach mal zum Anlass, etwas über das Calcium-Problem nach SD-OPs zu erzählen. Achtung, wird ein langer Text.


Hinter der Schilddrüse sitzen die Nebenschilddrüsen, meistens hat man 4 davon. Die werden bei der OP normalerweilse drin gelassen. Wenn doch mal eine aus Versehen mit rausgenommen wird, wird sie reimplantiert. Es kann sein, dass nach der OP trotzdem mit dem Nebenschilddrüsen etwas nicht so stimmt, wir sagen hier "sie sind beleidig". Das heißt, sie haben zeitweise ihre Funktion eingestellt. Das kann sich glücklicherweise wieder geben, aber leider auch für immer bleiben.
Die Funktion der Nebenschilddrüsen ist das Produzieren von Parathormon, das wiederum ist wichtig für die Regulierung des Calciumspiegels. Das ist der Grund, wieso der Spiegel nach OPs manchmal abfällt und man Medikamente braucht.

Man behandelt diesen Hypoparathyreodismus, so ist das Fachwort, im Krankenhaus meinst zunächst mit einer Infusion. Dann gibt man Calcium z.B. als Brause. Kommt der Patient/die Patientin mit Mengen von höchstens 2000mg Calcium nicht auf Werte (nüchtern gemessen) von über 2,0 mmol/l, dann gibt man zusätzlich eine spezielles Vitamin D Präparat.

Dieses spezielle Vitamin-D kann z.B. der Wirkstoff Calcitriol sein, als Medikament gibt es da unter anderem das Rocaltrol. Es gibt auch andere Medikamente wie A.T. 10. Die Calciumwerte im Blut müssen regelmäßig kontrolliert werden. Die Calciumwerte sind nur verwertbar, wenn sie morgens nüchtern genommen worden sind bzw. ohne, dass Du in den letzten Stunden Calcium genommen hast. Sie sollte zwischen 2,1 und 2,3 mmol/l liegen.

Hausärzte und leider manchmal auch Fachärzte wissen meist wenig bis nichts über die Nebenschilddrüsenunterfunktion, deshalb hat sich vor einigen Jahren die Insensu gegründet. Das ist die Interessenvertretung für Leute mit Nebenschilddrüsen-Problemen. Einige Mitglieder davon sind auch hier im Forum aktiv.

Es gibt Behandlungsempfehlungen für Hypoparathyreodismus, die von Fachärztin stammen. Ich kann Dir nur dringend empfehlen, diese zu lesen.

http://insensu.de/HypoparaFuerAerzte/

Falls das mit dem Calcium für Dich immer noch ein Problem ist und Du regelmäßig Medikamente nimmst, drucke bitte das hier aus.
http://insensu.de/Notfallausweis/Notfallausweis.pdf


Du kannst Dich über die richtige Behandlung des Hypoparathyreodismus außerdem auch hier informieren.
http://insensu.de/DiagnoseTherapie/

Ich weiß nicht, was Du mit Calcium-Schock meinst. Zuwenig Calicum im Blut? Dann würde man die Symptome eine Tetanie nennen. Das sind zum Beispiel Kribbeln, Krämpfe, z.b. auch Kehlkopfkrämpfe und Atemnot, unerklärliche Angstgefühle, und Herzbeschwerden.

Oder meinst du zuviel Calcium im Blut? Das wären dann zum Beispiel Symptome wie Übelkeit, vermehrter Durst, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schwäche, Herzstolpern und später Nierenprobleme.

Warum Du auf der Intensivstation gelandet bist, weiß ich natürlich nicht, aber vielleicht wird jetzt einiges klarer. Ich freue mich, wenn Du Dich noch einmal zurück meldest, ob die Infos für Dich hilfreich waren.

Liebe Grüße,
Lotti

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BarbaraKatharina
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Hallo Lotti,
vielen Dank für Deine Mühe und die genannten Links! Ich werde mich mit Sicherheit damit gründlich auseinandersetzen!

Nochmals zu mir: Ich wurde im Lehrkrankenhaus der UNI Tübingen in Stuttgart 2005 operiert. In der 1. Nacht nach der OP wurde ich von einem Pfleger zum WC geführt. Ich fühlte mich sehr gut. Ca. eine Stunde später alarmierte meine Bettnachbarin den Pfleger, da ich tetanieähnliche Symptome hatte. Ich war völlig bewegungsunfähig und das Taubheitsgefühl zog sich vom Körper bis zum Kopf. Der zu Hilfe gerufene Arzt verabreichte mir wohl eine CA-Injektion, die aber keinen Erfolg brachte (von all' dem bekam ich nichts mehr mit, da ich ohnmächtig geworden war) Auf der Intensivstation erzählte man mir am nächsten Tag, ich hätte einen "Ca-Schock" (?) gehabt.
Nach ca. 12 Stunden und etlichen CA-Brausetabletten bekam ich den nächsten und wachte wieder auf der Intensiv auf. Dort "bombadierte" man mich im beisein meines Mannes mit Vorwürfen, dass ich zu wenig getrunken hätte. Ich müsse doch schließlich wissen, dass ich viel trinken müsse?!
Inzwischen hat sich das alles normalisiert.

Aber: 2012 (!!!) wurde dann endlich eine Ultraschalluntersuchung gemacht und meine Ärztin wurde "ein klein wenig panisch". Es wurde festgestellt, dass bei der OP nicht nur die Schilddrüsen, sondern auch ALLE Nebenschilddrüsen entfernt wurden. Fazit: Es existiert bei mir kein Schilddrüsengewebe mehr! Mir wurde darauf dringend angeraten, ständig Euthyrox mit mir zu führen und z.B. bei Flügen eine Packung im Koffer und eine in der Handtasche zu haben. Das erschien mir nach den vergangenen Jahren als "Panikmache". Daher habe ich meine erste Frage an Dich/Euch gestellt, nämlich was passiert ohne Euthyrox. Die etwas lapidare Erklärung meiner Ärztin nach der Untersuchung war: Dann geht es ihnen nicht so gut.

Ich hoffe, ich konnte jetzt etwas "Licht ins Dunkel bringen", warum ich meine 1. Frage vom 21.2. gestellt habe. Nochmals vielen Dank für Deine Mühe und

liebe Grüße
Barbara

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ElkeMOffline
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Anmeldung: 22.03.12 |  Beiträge: 1100  | SD OP beidseitig (Fe...  | NRW  | weiblich  | 50+
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Hallo Barbara,

Zitat:
Es wurde festgestellt, dass bei der OP nicht nur die Schilddrüsen, sondern auch ALLE Nebenschilddrüsen entfernt wurden.

Hat deine Ärztin das anhand eines Ultraschallbildes gesagt? Meine Endokrinologin sagte mir mal, dass man die Nebenschilddrüsen mit Ultraschall nicht sehen kann und es generell sehr schwierig wäre durch ein bildgebendes Verfahren zu beurteilen, ob noch Nebenschilddrüsen da sind. Deshalb wundert mich jetzt etwas die Aussage deiner Ärztin.

Zitat:
Fazit: Es existiert bei mir kein Schilddrüsengewebe mehr! Mir wurde darauf dringend angeraten, ständig Euthyrox mit mir zu führen.

Sollte denn bei dir nach der OP noch SD Gewebe drin bleiben? Und hast du denn bisher keine oder nur unregelmäßig SD Hormone eingenommen?
Weil, eigentlich ist es klar, dass man ohne Schilddrüse auf Thyroxin angewiesen ist und es jeden Tag einnehmen sollte.
Nimmst du denn auch Kalzium und Calcitriol oder ähnliches? Wenn die Nebenschilddrüsen komplett raus sind, müsstest du da ja auch medikamentös richtig behandelt werden.

Gruß Elke

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Kerstin2
Verfasst am: 17. Jan 2015, 05:35
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BarbaraKatharina hat folgendes geschrieben:
Was passiert, wenn man Euthrox nicht mehr einnimmt, auch wenn die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse komplett entfernt wurden. Kein Arzt hat mir bis heute auf diese Frage eine konkrete Antwort gegeben und im Internet finde ich auch keine Hinweise. Kann mir bitte jemand zu diesem Thema etwas sagen!!!

Hallo zusammen,
Bin zwar total falsch hier , ich habe kein Krebs und auch keine SCHILDDRÜSSEN OP.aber ich kanns beantworten. Ich wusste bis Montag nicht das ich mit 0 SCHILDDRÜSSEN lebe und ein Arzt hat mir das Typon was ohnehin schon falsch war auch noch ca 20 Tage abgesetzt.
Also erst bekommt man Schwindel, Ohnmacht, zittern, Kälte Vollmondgesicht ,kaum sehen, volle konzentrations Beschwerden (ich konnte nicht mal mehr ein Brief in einen Schlitz werfen. Staubsaugen oder ein Datum schreiben kochen,lesen fernsehen klappt bis heute nicht mehr) dann stärker Husten die Stimme wird wie wenn man getrunken hätte, das sehen lässt nach. Brust Schmerz Symptome etwa wie Schlaganfall ja und zum Schluss fällt man ins koma. Bei mir wurde da dann bemerkt.
Ich hoffe ich konnte Dir weiter helfen.
Liebe Grüße
Kerstin

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Kerstin2
Verfasst am: 17. Jan 2015, 05:44
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BarbaraKatharina hat folgendes geschrieben:
Was passiert, wenn man Euthrox nicht mehr einnimmt, auch wenn die Schilddrüse und die Nebenschilddrüse komplett entfernt wurden. Kein Arzt hat mir bis heute auf diese Frage eine konkrete Antwort gegeben und im Internet finde ich auch keine Hinweise. Kann mir bitte jemand zu diesem Thema etwas sagen!!!

Hallo noch mal,
Hilfeeee.. Lauter Fehler in meiner Antwort wie komme ich auf ändern?
Bin zu doof Shocked bzw. Alle können dies sehen

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ElkeMOffline
Fördermitglied
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Verfasst am: 17. Jan 2015, 10:09
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Hallo Kerstin,

willkommen hier im Forum.

Ich hatte auch kein Schilddrüsenkrebs und bin trotzdem hier im Forum aktiv. Wink
Doof bin ich auch oft und Tippfehler passieren hier ständig- also mal keine Panik.
Oben rechts in deinem Beitrag steht "edit" da draufklicken und dein Beitrag steht zur Überarbeitung bereit. Very Happy

Viele Grüße
Elke

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